24. Freienfelser Ritterspiele – 29.04.2017 – 01.05.2017

24. Freienfelser Ritterspiele – 29.04.2017 – 01.05.2017

Stolze Recken zu Pferde, die sich zum Tourney auf dem Plane in ritterlicher Manier gegenüberstehen, edle Frouwen in einfachen und prachtvollen Gewändern, Edelmänner und Recken, die mit stolzgeschwellter Brust durch die Straßen flanieren, Händler, die ihre Waren feilbieten, Gaukler und Musikanten, die das Volk unterhalten und mitreissen: das sind die Freienfelser Ritterspiele.

Die Veranstaltung, die jährlich zum ersten Mai in Weinbach-Freienfels, nur wenige Autominuten vom mittelhessischen Weilburg entfernt rund um die Burg Freienfels und auf den Wiesen vor den Toren des Dorfes stattfindet, ist eines der größten, bekanntesten und beliebtesten Living-History-Events der Szene und zählt jährlich zehntausende begeisterte Besucher.

So sieht das aus, wenn ein Pferd den Fotografen überrascht und völlig unvorbereitet findet (ich war mit meiner Begleitung dummes Zeug am Schwätzen…) 🙂 .

Das brave Pö hatte seinen Reiter / Ritter im Kampfe auf dem Tourney verloren, drehte und kam zielgerichtet schnurstracks auf mich zugetrabt. Es blieb gerade noch Zeit, die Kamera für dieses Bild hochzureissen… Und dann gab es natürlich ausgiebig Streicheleinheiten für das Pö, bevor es wieder abgeholt wurde.

Die Freienfelser Ritterspiele gibt es seit 1992, schon lange ist das Event deutschlandweit bekannt – und nicht nur bei Szenekennern, im Gegenteil. War die Veranstaltung ursprünglich eher als kleine zusätzliche Einnahmequelle für den Föderverein Burg Freienfels e. V. zur Erhaltung der Burgruine gedacht, haben die Ritterspiele in den langen Jahren ihres Bestehens ein sehr besonderes Eigenleben entwickelt, eine starke Eigendynamik und einen wohl am Anfang nie erwarteten Zuspruch und Zulauf erhalten. Hätten die Verantwortlichen des Vereins seinerzeit gewusst, was für eine Lawine sie hier in Bewegung setzen und wo sie nach 25 Jahren stehen – wer weiss, ob die „Gründerväter“ seinerzeit den Mut überhaupt aufgebracht hätten, das Event so in dieser Form zu stemmen.

Tatsache ist, was die Vereinsmitglieder und Helfer Jahr für Jahr mit viel Motivation, Engagement, zeitlichem Aufwand und Liebe zu ihren Ritterspielen stemmen, ist schon eine kleine Sensation. Das große Gelände umfasst rund 130.000 Quadratmeter, hier muss zum Veranstaltungsbeginn alles für die 100 authentisch gestalteten Läger vorbereitet sein, damit die etwa 3.000 Teilnehmer auch ihre Plätze zum Zelten und für den Aufbau finden.

Allein der Marktbereich zählt 30.000 Quadratmeter, 100 Händler bieten hier ihre Waren feil. Auf 2 Bühnen rocken während der 3 Veranstaltungstage insgesamt 8 szenetypische Musikgruppen die Besucher. Riesengroße Wiesenflächen müssen als Parkplätze vorbereitet, abgesteckt und gemäht werden, rund um den Plan – das ist die Arena, in der die Ritter und Recken ihre Gefechte austragen werden – wird aufgeräumt, gestrichen, gebaut und so weiter und so weiter… Die Aufgabenliste nimmt tatsächlich kein Ende – und es ist eine Aufgabe, die die Vereinsmitglieder ganzjährig in Atem hält. Nach den Ritterspielen ist vor den Ritterspielen. Zum Teil muss sogar schon zwei Jahre im Voraus geplant und beantragt werden.

Es überrascht nicht, dass der Verein im vergangenen Jahr aufgrund massiv gestiegener behördlicher Auflagen und Anforderungen, damit verbunden natürlich auch extrem gestiegener Aufwendungen und Kosten und nicht zuletzt angesichts stagnierender oder nicht mit dem Aufwand proportional mitwachsender Aktivenzahlen einmal die Reißleine gezogen hat. 2016 gab es keine Ritterspiele in Freienfels. „Wir können es nicht mehr alleine wuppen“ war der Tenor. Der Behördenmarathon sei in den letzten Jahren schier unübersehbar geworden, jede Behörde habe irgendwo irgendwie irgendwas mitzureden, ständig stoße man auf neue Auflagen, Genehmigungen würden nur schleppend erteilt, zum Teil erfahre man gerade in den Amtsstuben blankes Desinteresse.

Jedes Jahr gebe es in diesem Zusammenhang auch neue Konstellationen in Bezug auf die Risikohaftung. Zwar habe man in den vergangenen Jahren immer wieder Streicheleinheiten und Lob seitens der lokalen und regionalen Politik erhalten, wenn es darum gehe, sich mit den Federn der erfolgreichen Ritterspiele schmücken zu können seien viele Verantwortliche in erster Reihe gestanden, wenn es aber darum gegangen sei politischen Willen zu äußern, dass diese Ritterspiele für Land und Leute erhaltenswert sind und damit die Veranstaltung auch in den Amtsstuben aufzuwerten und somit Hindernisse abzubauen, sei kaum einer mehr dagewesen. Auf Schreiben des Vereins an verantwortliche Politiker zum Beispiel sei oft wochen- ja sogar monatelang keine Antwort gekommen.

Dass die Freienfelser Ritterspiele 2017 wieder stattfinden konnten ist – neben der unermüdlichen Arbeit des Vereins – wohl auch dem deutschlandweiten öffentlichen Kopfschütteln und Bedauern nach der 2016er Absage zu verdanken gewesen.

Der Verein hatte von vorneherein offen nach aussen die einzelnen Problemfelder angesprochen und unter dem Druck einer großen Welle des Protestes konnten wohl einige Türen etwas schneller geöffnet werden als es vorher der Fall war. Auch in finanzieller Hinsicht hat sich etwas bewegt, endlich wurde in den Fördergeldertopf gegriffen und so konnten – trotz eines weiterhin erheblichen finanziellen Risikos für den Veranstalter – die Ritterspiele 2017 pünktlich ihre Tore öffnen.

Die Freienfelser Ritterspiele gibt es seit 1992, schon lange ist das Event deutschlandweit bekannt – und nicht nur bei Szenekennern, im Gegenteil. War die Veranstaltung ursprünglich eher als kleine zusätzliche Einnahmequelle für den Föderverein Burg Freienfels e. V. zur Erhaltung der Burgruine gedacht, haben die Ritterspiele in den langen Jahren ihres Bestehens ein sehr besonderes Eigenleben entwickelt, eine starke Eigendynamik und einen wohl am Anfang nie erwarteten Zuspruch und Zulauf erhalten. Hätten die Verantwortlichen des Vereins seinerzeit gewusst, was für eine Lawine sie hier in Bewegung setzen und wo sie nach 25 Jahren stehen – wer weiss, ob die „Gründerväter“ seinerzeit den Mut überhaupt aufgebracht hätten, das Event so in dieser Form zu stemmen.

Tatsache ist, was die Vereinsmitglieder und Helfer Jahr für Jahr mit viel Motivation, Engagement, zeitlichem Aufwand und Liebe zu ihren Ritterspielen stemmen, ist schon eine kleine Sensation. Das große Gelände umfasst rund 130.000 Quadratmeter, hier muss zum Veranstaltungsbeginn alles für die 100 authentisch gestalteten Läger vorbereitet sein, damit die etwa 3.000 Teilnehmer auch ihre Plätze zum Zelten und für den Aufbau finden.

Allein der Marktbereich zählt 30.000 Quadratmeter, 100 Händler bieten hier ihre Waren feil. Auf 2 Bühnen rocken während der 3 Veranstaltungstage insgesamt 8 szenetypische Musikgruppen die Besucher. Riesengroße Wiesenflächen müssen als Parkplätze vorbereitet, abgesteckt und gemäht werden, rund um den Plan – das ist die Arena, in der die Ritter und Recken ihre Gefechte austragen werden – wird aufgeräumt, gestrichen, gebaut und so weiter und so weiter… Die Aufgabenliste nimmt tatsächlich kein Ende – und es ist eine Aufgabe, die die Vereinsmitglieder ganzjährig in Atem hält. Nach den Ritterspielen ist vor den Ritterspielen. Zum Teil muss sogar schon zwei Jahre im Voraus geplant und beantragt werden.

Es überrascht nicht, dass der Verein im vergangenen Jahr aufgrund massiv gestiegener behördlicher Auflagen und Anforderungen, damit verbunden natürlich auch extrem gestiegener Aufwendungen und Kosten und nicht zuletzt angesichts stagnierender oder nicht mit dem Aufwand proportional mitwachsender Aktivenzahlen einmal die Reißleine gezogen hat. 2016 gab es keine Ritterspiele in Freienfels. „Wir können es nicht mehr alleine wuppen“ war der Tenor. Der Behördenmarathon sei in den letzten Jahren schier unübersehbar geworden, jede Behörde habe irgendwo irgendwie irgendwas mitzureden, ständig stoße man auf neue Auflagen, Genehmigungen würden nur schleppend erteilt, zum Teil erfahre man gerade in den Amtsstuben blankes Desinteresse.

Jedes Jahr gebe es in diesem Zusammenhang auch neue Konstellationen in Bezug auf die Risikohaftung. Zwar habe man in den vergangenen Jahren immer wieder Streicheleinheiten und Lob seitens der lokalen und regionalen Politik erhalten, wenn es darum gehe, sich mit den Federn der erfolgreichen Ritterspiele schmücken zu können seien viele Verantwortliche in erster Reihe gestanden, wenn es aber darum gegangen sei politischen Willen zu äußern, dass diese Ritterspiele für Land und Leute erhaltenswert sind und damit die Veranstaltung auch in den Amtsstuben aufzuwerten und somit Hindernisse abzubauen, sei kaum einer mehr dagewesen. Auf Schreiben des Vereins an verantwortliche Politiker zum Beispiel sei oft wochen- ja sogar monatelang keine Antwort gekommen.

Dass die Freienfelser Ritterspiele 2017 wieder stattfinden konnten ist – neben der unermüdlichen Arbeit des Vereins – wohl auch dem deutschlandweiten öffentlichen Kopfschütteln und Bedauern nach der 2016er Absage zu verdanken gewesen.

Der Verein hatte von vorneherein offen nach aussen die einzelnen Problemfelder angesprochen und unter dem Druck einer großen Welle des Protestes konnten wohl einige Türen etwas schneller geöffnet werden als es vorher der Fall war. Auch in finanzieller Hinsicht hat sich etwas bewegt, endlich wurde in den Fördergeldertopf gegriffen und so konnten – trotz eines weiterhin erheblichen finanziellen Risikos für den Veranstalter – die Ritterspiele 2017 pünktlich ihre Tore öffnen.

Und hier sind nun die Bilder von meinem Besuch am Samstag, die ich euch mitgebracht habe.

Um 17 Uhr 30 stand erst einmal das Abendturnier der Löwenritter an. Die Truppe, die auch schon seit über 20 Jahren mit ihren hübschen, taffen Pferden durch die Lande zieht und die ich jetzt schon seit etlichen Jahren in Freienfels und in Katzenelnbogen regelmäßig fotografisch begleite, hat es wieder gerockt. Die Show zeichnet sich durch spannend dargebotene, actionreiche Wettkämpfe verschiedenster Art um die berühmten „Oculi“ (Punkte) aus, die in eine Geschichte mit regionalem Bezug eingebunden sind. Es ist immer Gut gegen Böse, Recht gegen Unrecht, tapfere, kühne Recken gegen verschlagene, listige Unholde. Trotzdem wird es nie langweilig, denn jedes Jahr wird eine neue Geschichte erzählt und inszeniert.

Die Löwenritter bestreiten auch den wohl beliebtesten, faszinierendsten und spektakulärsten Programmpunkt der Freienfelser Ritterspiele: das große Nachtturnier. Am späten Samstag Abend zum Einbruch der Dunkelheit, nur in den flackernden Lichtschein von Fackeln getaucht treten die kühnen Löwenritter an, um das Unrecht aus dem Land zu jagen und bieten ein emotional anpackendes, mittelalterlich´ Spectaculum für Groß und Klein. Wenn die Guten und die Bösen auf ihren stolzen Rössern über den Plan jagen um mit ihren Lanzen die brennenden Ringe zu stechen, wenn sie bei der Jagd auf den brennenden Fuchs mit erhobener Lanze hintereinander her durch die Arena galoppieren oder wenn sie im Fackelschein zur Königsdisziplin zum Tjost antreten und im wilden Galopp aufeinanderzujagen bis das Holz splittert und einer der Ritter „übel getroffen“ halsüber zu Boden geht – das ist der Stoff, aus dem die Träume sind. Für kleine und große Kinder. Der Ritt durch die Feuerwand bildet den krönenden Abschluss einer gänsehautlastigen, packenden Show.

Mit einem großen Höhenfeuerwerk „Burg in Flammen“ und einer ebenfalls aufwändig inszenierten Feuershow auf dem Plane geht der erste Veranstaltungstag – zumindestens in der Arena – so langsam seinem Ende entgegen.

So, genug geredet. Jetzt lasst Bilder sprechen.

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