Fotoshootings mit Pferd – so wird was draus!

Fotoshootings mit Pferd – so wird was draus!

Fotoshootings mit Pferd – so wird was draus!

Nicht nur kleine Pferdemädchen wünschen sich oft sehnlichst ein aufregendes, tolles Fotoshooting mit ihrem geliebten vierhufigen Freund. Ist der Termin erst einmal gebucht, malt man sich tagelang vorher in Gedanken das Shooting und die Resultate in den schönsten Farben aus.

Und dann kommt es doch so ganz anders: Pferd und Reiter stehen piccobello geschniegelt und gestriegelt on Location – und es will so gar nichts gelingen, was man sich vorgestellt hat. Natürlich mag das Pferd genau in diesem Moment partout nicht einsehen, warum es jetzt gefälligst 2 Minuten still stehen und “doof in die Kamera glotzen” soll…

Wie bereitet ihr euch am Besten auf diesen ganz besonderen Moment vor und was gibt es alles zu beachten, damit das Shooting für Pferd und Reiter zu einem möglichst stressfreien und unvergesslichen Moment wird? Hier gebe ich euch ein paar Tipps an die Hand, damit ihr eurem Traumshooting ganz gelassen entgegenschauen könnt!

Ein Fotoshooting mit dem eigenen Pferd steht für viele Reiterinnen und Reiter auf der persönlichen Wunschliste ganz weit oben. Ein Bild vom eigenen Pferd im berühmten “Zauberlicht” der untergehenden Sonne am Bach, ein romantisches oder lustiges Plantschen im See oder der Pferdenachwuchs im fröhlichen Spiel mit den Kameraden auf der Weide. Vom witzigen oder intensiv-emotionalen Kopfbild über klassische Dressur-, Volti-, Western- oder Springbilder reichen die Wünsche und der Phantasie von Pferdemenschen sind fast keine Grenzen gesetzt. Dementsprechend kommen die Buchungen professioneller Pferdefotografen auch aus allen Altersklassen, ziehen sich quer über alle Pferderassen und erfüllen eben nicht nur die Träume von Freizeitreitern, kleinen Wendy´s und Pferdemädchen sondern auch von ausgewachsenen Profis und erfahrenen reiterlichen Cracks. Es gibt halt kaum einen fotografischen Bereich der emotional so stark besetzt ist, wie die klassische Pferdefotografie.

Für den, der die Momente des gemeinsamen Glücks nun ablichten soll ist die Pferdefotografie immer eine schöne und spannende aber auch intensive Herausforderung. Während in der klassischen Peoplefotografie zwar nicht alle aber viele Eventualitäten durch gute Arbeit vorab “plan- und steuerbar” sind, ist ein Pferdeshooting immer irgendwie der berühmte “Kessel Buntes”. Was am Ende auf einen zukommt ist selbst dem Pferdehalter, der seinen Partner ja normalerweise sehr gut kennt, nicht immer so ganz klar.

Das auf der Wiese am Reitstall sonst so gelassene, ruhige und brave Pony mag partout nicht an der gewünschten Stelle stehen, weil irgendein Gebüsch ihm unheimlich erscheint, das saftige Gras an der Location lädt nachdrücklich zum stundenlangen Grasen ein (“das macht der sonst nie!”) und das Kopfportrait will einfach nicht so richtig gelingen, weil da “jemand” mit genüsslich ganz besonders lang ausgestrecktem, hoch gerecktem Hals einen in 2 Kilometer Entfernung vorbeilatschenden Spaziergänger für viel interessanter hält als den langweiligen Fotografen, der mit seinem Raschelbeutel schon seit 10 Minuten versucht, einen Moment der Aufmerksamkeit von Monsier oder Madame zu erhaschen.

In der Pferdefotografie gilt – noch vielmehr als beim Fotografieren von Menschen: Geduld haben, ruhig bleiben und den Pferdeverstand einschalten. Gerade beim Fotografieren von Tieren gibt es schöne Bilder nicht auf Knopfdruck und schon gar nicht auf Befehl. Auch das bravste Pony kann schon mal ganz schön energisch werden, wenn ihm grad irgendetwas an der Location nicht passt. Daran sollte man einfach denken, wenn man mit dem geliebten Pferd auf dem Weg zum Fotografen ist.

Viele Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit einem Pferdeshooting kann man aber auch durch eine vernünftige Vorbereitung ganz einfach ausklammern und vieles kann man sogar völlig eliminieren. Wie ihr gleich sehen werdet, fängt meine Liste mit “Zeit” und “Geduld” an – und endet auch damit. Warum? Zeit mitzubringen ist das A und O für jedes tolle Shooting mit Lebewesen. Siehe oben. Wer sich daran hält, kann beim Fotoshooting eigentlich nur gewinnen.

Bringt zum Pferdeshooting unbedingt Geduld mit. Und bitte auch einige zeitliche Reserven.

Ich weiss, wie ärgerlich es ist, wenn euer Traumbild so gar nicht gelingen will, weil euer Pferd grad mal mit den Gedanken ganz woanders ist. Ungeduldiges Motzen, Rumreissen und Rumzerren nützt in so einem Fall aber genauso wenig wie (ja, auch das habe ich schon erlebt) Schläge oder gar Tritte. Im letztgenannten Fall breche ich das Shootings übrigens ab, gar keine Frage.

Dreht euer Pferd lieber ein paar Mal sanft um, geht mit ihm ein paar Meter spazieren, lenkt euch und euer Pferd ein wenig ab und probiert euer Posing erneut. Und wenn das zehn Mal so sein muss, dann ist es eben so. Ihr schont damit eure Nerven und die Nerven eures vierbeinigen Freundes.

Bringt einen “Kumpel” mit zum Shooting.

Pferde sind Fluchttiere und sie sind vor allem auch Herdentiere, was ihr für euer Fotoshooting nutzen könnt. An einem völlig unbekannten Ort und ohne Schutz durch den Freundeskreis fühlt sich manch ein Pferd arg verunsichert, wird ängstlich und möchte sich der Situation durch Flucht entziehen. Bloß hier weg ist dann die Devise. Das heisst nicht, dass euer Pferd im gesetzten Galöppchen von der Location davonstürmt, aber es wird unruhig, kann sich nicht auf die Situation einlassen und entspannen. Gerade wenn ihr also wisst, dass euer Pferdchen ein bisschen nervöser ist wenn es irgendwo alleine rumstehen soll kann es in vielen Fällen eine große Hilfe sein, den besten Weidekameraden dabeizuhaben, damit sich euer Shootingpartner besser entspannen kann. Der Weidepartner sollte dann natürlich auch kein Mimöschen sein, aber in den meisten Fällen findet sich ein passendes Pferd. Und ja, das ist ein bisschen Aufwand, kann Dir aber schon mal Dein Shooting retten.

Bringt Ortskenntnisse mit zur Location

Bitte macht euch vorher Gedanken, wie eure Bilder ausschauen sollen und wo ihr fotografiert werden möchtet. Liegt die Location etwas ausserhalb, geht bitte am Tag vor dem Shooting einmal dorthin und schaut euch an, ob alles nach euren Vorstellungen ist. Noch könnt ihr ein bisschen was vorbereiten, z. B. größere störende Äste vom Boden entfernen (z. B. nach einem Hochwasser an einem Bach). Wenn ihr am Shootingtag mit eurem Pferd on Location seid, sollte alles soweit parat sein, dass euer Vierbeiner nicht auch noch Zeit mit Warten verbringen muss.
Ich habe es übrigens auch schon einmal erlebt, dass eine Location gar nicht zur Verfügung stand, weil dort auf einmal Bagger und Planierraupen abgestellt waren… Also ein kurzer Check der Location kann schon ganz schön wichtig sein.

Und dann ist der Tag da – gleich kommt euer Fotograf. Vielleicht bin es ja sogar ich? 🙂 Die Spannung steigt.

Ihr könnt die Wartezeit aber ganz sinnvoll nutzen, indem ihr euer “Zeug” in Ordnung bringt und nochmal alles kontrolliert. Schliesslich gebt ihr für die Fotos Geld aus – und da wäre es doch schade, wenn versiffte Trensen oder Halfter und fleckige Schabracken den tollen Eindruck auf euren Bildern stören würden.

Also geht es so weiter:

Bringt euer Pferd in Ordnung

Putzen, putzen, putzen. Was nützt es, wenn ihr selbst euch die schönsten, saubersten Klamotten für diesen Tag aufgehoben habt und euer Pony steht mit Schlammkruste vor der Kamera? Damit erst gar keine Hektik aufkommen kann, macht ihr das Nötigste am besten bereits am Tag oder Abend vor dem Shooting, so als wenn ihr am anderen Morgen früh auf Turnier fahren würdet. Also falls nötig duschen, ansonsten grob drüber putzen, Mähne verziehen, einflechten, Hufe einfetten, was ihr halt sonst so macht.

Bringt Sattelzeug, Halfter und Trense in Ordnung.

Und natürlich all das, was auf dem Bild später zu sehen sein wird. Wollt ihr bandagieren, denkt an saubere Bandagen. Auch Gamaschen sollten – falls ihr sie anziehen wollt – sauber und ordentlich sein. Eure Trense solltet ihr wie üblich säubern und pflegen, gerade bei Kopfbildern ist Sauberkeit absolut höchstes Gebot. Aus den Erfahrungen der letzten Jahre habe ich mir übrigens angewöhnt, für die kleine Reinigung zwischendrin immer auch mal ph-neutrale Feuchttücher dabeizuhaben, damit schnell mal Sabberflecken vom Leder gewischt oder die Nüstern gesäubert werden können.

Bringt gute Laune mit

Der wichtigste Tipp kommt ganz zum Schluss: entspannt euch, freut euch auf das Shooting und setzt euch weder tagelang vorher noch während des Shootings selbst in irgendeiner Weise unter Druck. Übrigens – das Thema hatte ich oben ja auch schonmal angeschnitten – auch nicht mit irgendwelchen Terminen. Also legt bitte den Fototermin nicht direkt vor einen Folgetermin. Um 13 Uhr Fotoshooting und um 14 Uhr Reitstunde? Das geht hundertpro schief.

Wie gesagt: Zeit, Geduld, ein bisschen von eurem Pferdeverstand und eure Liebe zum Pferd sind gefragt. Wenn das alles passt, sollten einem wunderbaren Shootingerlebnis eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Bis bald vor der Kamera!

Markus

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